Häufige Fragen und Antworten

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Bekommt ihr Unterstützung von den Alternativbanken?

Wir bekommen definitiv keine Unterstützung in finanzieller oder materieller Form egal von welchen Banken. In einem Einzelfall gab es mal eine Spende an eine Regionalgruppe zur Realisierung eines Infostandes, die wir umgehend dankend zurück überwiesen haben.

Wenn Banken unsere Kampagne aufgreifen und für sich nutzen möchten, dann ist das erst einmal ihr gutes Recht, geschieht aber weder in Absprache mit uns, noch sind wir anderweitig in Werbeaktionen eingebunden.

 

Warum sprecht ihr nicht über Bank XY?

Es gibt derzeit in Deutschland 1.937 zugelassene Kreditinstitute (Quelle: BaFin, 18.07.2011).

Wir haben uns in unseren Recherchen darauf beschränkt, die größten deutschen Banken unter die Lupe zu nehmen, weil diese auch die meisten Kunden auf sich vereinen.

Natürlich lassen sich die Negativ- und Positivkriterien, die wir in dieser Kampagne für uns definiert haben, auch auf andere Banken anwenden und es ist nicht ausgeschlossen, dass wir im Laufe der Kampagne weitere Recherchen zu anderen Kreditinstituten veröffentlichen.

Auch hier gilt: Je mehr Menschen sich in unsere Kampagne einbringen, desto umfangreicher werden unsere Recherchen und desto größer unsere Aktionen.

Warum informiert Attac nicht über Direktkredite? Ich kann doch auch ohne Bank Geld anlegen – und damit sogar noch etwas verändern.

Das stimmt. Banken sind zum Glück nicht alles. Allerdings wollen wir kein umfassendes Beratungsangebot aufbauen, sondern eine schlagkräftige Kampagne entwickeln.

Direktkredite beispielsweise für Wohnprojekte, die man selbst kennt und begleitet, sind eine gute Möglichkeit, mit Geld „bankenfrei“ umzugehen. Es gibt auch „Institutionen“ wie zum Beispiel das Mietshäuser Syndikat, die das inzwischen für etliche Projekte in mehreren Städten koordinieren. Und es gibt viele Möglichkeiten mehr. Ein paar deuten wir auf der Seite zum Bankwechsel an.

Ist der Weggang „kleiner Kunden“, insbesondere ihrer Girokonten für die großen Banken ökonomisch nicht völlig egal oder sogar erfreulich?

Es stimmt: An einem Girokonto knapp im Plus lässt sich für eine Bank wenig verdienen. Allerdings ist erwiesen: Da, wo Menschen ihre „Hausbank“ haben, machen sie auch die meisten anderen Geld-Geschäfte.

Nicht umsonst werben die Banken massiv um junge Menschen, damit die bei ihnen ein Girokonto eröffnen.

Menschen, die jetzt eine Großbank verlassen, setzen auch ein politisches Zeichen, das innerhalb der kritisierten Bank und durch unsere Öffentlichkeitsarbeit auch in der politischen Sphäre wahrgenommen wird.

Wir möchten die Auseinandersetzung mit dem Bankenhandel auf vielen Ebenen unterstützen. Eine Chance ist auch, wenn wir Diskussionen bei Institutionen mit gewissem Vorbild-Charakter anstoßen: Kirchengemeinden oder Kindertagesstätten-Vereine können mit ihren Mitgliedern über die Wahl ihres Geldinstitutes diskutieren.

„Die Macht der KonsumentInnen“ ist doch ein problematisches Konzept. Was tut Ihr, damit die Leute sich durch einen Bankwechsel nicht bloß ein ruhiges Gewissen schaffen?

Uns ist es wichtig, gar nicht erst den Eindruck zu erwecken, mit einem Bankwechsel wäre alles schon getan. Das entspricht aber auch nicht der Wahrnehmung der Leute. Die meisten wissen noch sehr gut, was es die Gesellschaft kostet, wenn Großbanken sich verzocken – und dass das nicht durch meinen eigenen Kontowechsel zu verhindern ist.

Allerdings sind viele Menschen sehr frustriert über die Nicht-Veränderungen seit 2008. Wir laden ein, „mit den Füßen abzustimmen“ und dabei anderen, Gleichgesinnten zu begegnen.

Die „Krötenwanderung“ wird immer wieder dazu aufrufen, sich an weiteren Einmischungen zu beteiligen.

Außerdem zeigt die Erkundung von „Bewegungs-Biografien“ sehr deutlich: Viele politisch Aktive haben durch ganz konkrete Schritte ihren Zugang gefunden.

Attac ruft dazu auf, zerstörerischen Großbanken den Rücken zu kehren. Jetzt wirbt die Ethikbank mit den Bankwechselkampagnen von Attac, Urgewald und Deutscher Umweltstiftung. Haltet Ihr das nicht für problematisch?

Attac möchte mit der Kampagne „Krötenwanderung jetzt!“ informieren und zudem einen Überblick geben, welche alternativen Banken es zu den konventionellen „bad banks“ gibt. Attac agiert nicht als Lobbyist oder „Werbeträger“ bestimmter alternativer Banken. Unser Überblick soll Bankkunden möglichst gute Informationen liefern, die Entscheidung, zu welcher Bank man wechselt, liegt bei jedem/r selbst.

Attac erhält keinerlei finanzielle Unterstützung o.ä. von den Alternativbanken und hat danach auch nicht gefragt.

Wir freuen uns aber, wenn andere Organisationen, auch die ethischen Banken, auf unsere Kampagne hinweisen. Es braucht einen breiten gesellschaftlichen Druck, damit sich im Bankensektor und vor allem bei den Regierenden, die für eine Regulierung verantwortlich sind, etwas ändert. Deshalb begrüßen wir es, dass bereits mehrere Bankwechsel-Kampagnen begonnen haben.


Ansprechpartner: Kontakt Bankwechselkampagne