Die FINANCIAL CRIMES Deutschland ist erschienen!

Während des Bankenaktionstags haben Aktivistinnen und Aktivisten in mehr als 75 Städten rund 120.000 Aktionszeitungen mit dem Titel "FINANCIAL CRIMES Deutschland" verteilt. Insgesamt wurde die Zeitung von rund 130 Attac-Gruppen bestellt.

 

Sie sieht einer bekannten Zeitung für den Finanzsektor auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich. Doch statt der sonst üblichen tagesaktuellen Berichterstattung sind in dem Plagiat geballte Hintergrundberichte über Ursachen und Folgen der Finanzkrise zu lesen. Die von Großbanken drohenden Gefahren werden ebenso thematisiert wie Alternativen zum unsozialen und ungerechten Kürzungspaket.

Als Autoren der 8-seitigen Aktionszeitung konnte Attac viele prominente Schreiberinnen und Schreiber gewinnen. Der Journalist und Buchautor Harald Schumann ("Der globale Countdown") kommt unter der Titel-Überschrift "Gemeingefahr Großbanken" zu dem Schluss, dass eine ernsthafte Regulierung des Finanzsektors bisher ein leeres Versprechen geblieben ist – und ein neuer, noch massiverer Krisenschub bevorstehen könnte. Heribert Prantl, Ressortleiter Politik bei der Süddeutschen Zeitung, stellt fest, dass sich die Dirigenten der Finanzmärkte aus dem demokratischen Miteinander ausgekoppelt haben. Der bekannte Kabarettist Georg Schramm ("Neues aus der Anstalt") bescheinigt den Regierungsparteien Visionslosigkeit, während Ulrike Hermann, Wirtschaftsredakteurin bei der Taz, beschreibt, warum die Verteilungspolitik der Bundesregierung sowohl "ungerecht und ökonomisch unsinnig ist".

Neben Analysen über die Rolle der Deutschen Bank und anderer Finanzkonzerne in der Krise bringt die FINANCIAL CRIMES Deutschland unter der Rubrik "Agenda" auch zahlreiche konkrete Vorschläge für Verteilungsgerechtigkeit und ein ganz anderes Finanzsystem – von der Solidarischen Einfachsteuer über konsequente Regulierung bis zu einem von Grund auf neu zu ordnenden Bankensystem. "Ein anderes Finanzsystem ist möglich", schreiben die Herausgeber, "aber es kann nur wirklich werden, wenn genug Menschen dafür streiten."

Die Ausgabe enthält außerdem satirische Anzeigen, die unter anderem auf das Milliardengrab Hypo Real Estate, Spekulationen mit Nahrungsmitteln und die Tätigkeiten von Finanzkonzernen in Steueroasen anspielen.

Nach der erfolgreichen Zukunftsausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT im Mai 2009 ist die FINANCIAL CRIMES Deutschland bereits das zweite Produkt aus der Fälscherwerkstatt von Attac – diesmal allerdings in einer Ausgabe, die nicht aus einer möglichen Zukunft spricht sondern die Gegenwart kritisch beleuchtet. Für die ZEIT-Sonderausgabe bekam Attac den Otto-Brenner-Medienprojektpreis 2009 verliehen.

Die Ausgabe der FINANCIAL CRIMES Deutschland kann nachbestellt werden: Bestellformular

Außerdem sind die Texte der Printausgabe und anderes mehr auf www.financial-crimes.net zu finden.