Mission Milchpulverturm

EU-Kommissar zerstört mit seiner Exportfixierung die Existenz von Kleinbauern

09.02.2016

Der EU-Agrarkommissar Phil Hogan reist diese Woche nach Kolumbien und Mexiko. Sein erklärtes Ziel ist die Exportförderung. Schon im Dezember kündigte er seine Reise an und steckte seine Vorstellungen ab: Er will Märkte für die europäischen Agrarpodukte öffnen.

Hanni Gramann von der AG WTO und Welthandel sagt dazu: „Wenn Hogan jetzt nach Kolumbien fährt, dann will er unter anderem viele Tausend Tonnen überschüssigen Milchpulvers loswerden. Er kommt in ein Land, das 2012 mit der EU ein Freihandelsabkommen abgeschlossen hat und sich jetzt kaum gegen die Verkaufs-Gelüste des Kommissars wehren kann.“
Das Milchpulver aber, vor allem das billige, mit Pflanzenfetten angereicherte Magermilchpulver, was von vornherin für die ärmsten Kundenkreise konzipiert ist, werde in Kolumbien für viele Milchviehhalter das Ende bedeuten.

Hogan gilt als einer der neoliberalsten Agrarkommissare, die die EU je hatte. Der Kommissar aus Irland betonte zuletzt in mehreren Interviews, dass ihm die US-amerikanischen Verhandler bei den TTIP-Verhandlungen zu zurückhaltend seien.

Aktion Agrar und Attac fordern gemeinsam eine Abkehr von der Exportstrategie und statt dessen eine bedarfsgerechte Produktion und tier- und klimafreundlichen Weidegang. Im Rahmen der Kampagne, „Kühe und Bauern nicht verpulvern – billige Milch gefährdet Höfe weltweit“, bereiten sie gerade Aktionen in vielen Städten vor. Gruppen, die mitwirken möchten, sind herzlich eingeladen.

Zum Appell gegen die zerstörerische Exportstrategie der EU.

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"Kühe und Bauern nicht verpulvern!"

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