Internationale Solidarität

"Für uns ist klar, dass in Zeiten der Globalisierung ein globalisierungskritisches Projekt wie Attac nur als internationales Projekt Sinn macht. Zwar ist Internationalismus keine Erfindung unserer Tage, aber es gibt gerade als Resultat der Globalisierung heute Möglichkeiten internationaler Zusammenarbeit und Solidarität – vorneweg das Internet – die früheren internationalistischen Kräften nicht zur Verfügung standen. Attac versucht diese maximal zu nutzen." 

Dieser Satz aus der "Geburtsurkunde" von Attac Deutschland – der Frankfurter Erklärung aus dem Jahre 2001 – hat Maßstäbe gesetzt, die bis heute Gültigkeit haben. In allen Arbeitsbereichen, praktisch wie theoretisch, blickt Attac über den nationalen Tellerrand hinaus und handelt als Akteur in dem weltweiten Netzwerk der sozialen Bewegungen. Dabei ist Attac selbst ist ein internationales Netzwerk mit Zweigen in mehr als 40 Ländern, insbesondere in Europa und Lateinamerika, aber auch in Afrika und Asien. Die einzelnen Länderzweige sind autonom und gründen sich auf der gemeinsamen Charta von Attac International. Attac versteht sich als Teil der internationalen globalisierungskritischen Bewegung und beteiligt sich aktiv am Vernetzungsprozess der Weltsozialforen sowie der Europäischen Sozialforen. Zudem gehört Attac der Antikriegs- und Friedensbewegung an, ist doch eine gerechte Welt ohne Frieden nicht möglich.

Gegen die neoliberale Globalisierung

Attac lehnt die gegenwärtige, neoliberale Form der Globalisierung ab, die vor allem an den Gewinninteressen der Vermögenden und Konzerne orientiert ist. Das heißt allerdings nicht im Umkehrschluss, dass Attac zurück zu einer in erster Linie nationalstaatlich verfassten Ökonomie und Sozialpolitik will. Im Gegenteil: Attac setzt sich für die Globalisierung von sozialer Gerechtigkeit, für politische, wirtschaftliche und soziale Menschenrechte, für Demokratie und ressourcenschonendes Produzieren und Konsumieren weltweit ein.

Zentrale Kampagnen und Forderungen

Bereits die Gründungsforderung von Attac nach der Besteuerung von Finanztransaktionen ist Ausdruck internationaler Solidarität. Ihr Ziel ist die weltweite Entwaffnung der Kapitalmärkte ebenso wie globale Umverteilung. Denn mit den Einnahmen aus der Finanztransaktionssteuer sollen Entwicklungsaufgaben sowie Umwelt- und Klimaschutz vor allem in den Ländern des Südens finanziert werden.

 Zu den zentralen Anliegen von Attac gehört auch eine Welthandelsordnung, die den Interessen der Entwicklungsländer, sozial Benachteiligter und der Umwelt Vorrang einräumt. Attac engagiert sich gegen Steuer- und Regulierungsoasen und setzt sich für eine international einheitliche Besteuerung von Konzernen ein, um dem internationalen "Standortwettbewerb" um die niedrigsten Lohn- und Sozialstandards Einhalt zu gebieten.

Auch bei der Lösung der Schuldenkrise der so genannten Entwicklungsländer ebenso wie der betroffenen südeuropäischen Staaten setzt Attac auf internationale Solidarität statt auf Nationalismus: Wir fordern ein Ende der neoliberalen Kürzungsprogramme sowie ein faires und transparentes Entschuldungsverfahren statt der Diktatur der Gläubiger. Schließlich engagiert sich Attac für ein Ende der neuen Kriegsvorbereitungen und Kriege und für zivile und friedliche Konfliktlösungen.

Eng verbunden damit ist der Kampf für internationale Institutionen, die diesen Zielen und nicht den Interessen von Industrieländern, Konzernen und korrupten Eliten dienen.