Politische Ökologie

Drängende Fragen der Ökologie und der Energieversorgung rücken ins Zentrum politischer Auseinandersetzungen. Da sind die unbeherrschbaren Folgen der Atomindustrie und die schleichenden Katastrophen durch Kohle, Öl und Gas, da sind die weltweit zunehmenden Kämpfe um Klimagerechtigkeit und Energiedemokratie, gegen Ausbeutung von Bodenschätzen, Ausverkauf von Ackerflächen und Spekulation mit Nahrungsmitteln, da ist die Suche nach Wegen zu einem "guten Leben für alle".

Ökologie und globale Gerechtigkeit

Es sitzen nicht "alle in einem Boot", wie ein konventioneller Nachhaltigkeitsbegriff glauben machen will. Sondern es sind konkrete Interessen und Machtkonstellationen innerhalb eines kapitalistischen Wirtschaftssystems, das auf Konkurrenz und Expansion ausgerichtet ist – und das zur Ausbeutung von Menschen und Natur, zu rassistischer Abschottung und zum Skandal des Hungers führt. Wer profitiert, wer reinvestiert und wächst? Wer leidet und wird "überflüssig"? Wer kann sich welche Umwelt, Nahrung, Energie, Wohnung oder Mobilität leisten? Ökologie ist ein Thema wirtschaftlicher Macht und sozialer Gerechtigkeit.

Attac setzt sich ein
  • für Klima- und Ressourcengerechtigkeit gegenüber dem globalen Süden, für Flüchtlingsrechte und gegen Rassismus,
  • für eine soziale, ökologische und demokratisch kontrollierte Energiewende,
  • für die Durchsetzung globaler sozialer Rechte in der Umweltpolitik, gegen ihre Profitorientierung ("Finanzialisierung der Natur"),
  • für Alternativen zum derzeitigen Konkurrenz- und Wachstumsmodell der Wirtschaft, für eine sozialökologische Transformation.

Attac-Arbeitskontexte zur politischen Ökologie

Die bundesweite Attac-AG "Energie, Klima, Umwelt" arbeitet zum Gesamtspektrum der politischen Ökologie und konzentriert sich auf wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge. Sie ist in Bündnissen der Klimagerechtigkeits-, Anti-Atom- und Anti-Kohle-Bewegung sowie der Bewegung für solidarische Mobilität vernetzt. Beispiele für Aktivitäten der AG sind Proteste gegen die herrschende Klimapolitik, Mit-Organisation der McPlanet-Kongresse, Aktionen und Kampagnen gegen die Castortransporte und für den sofortigen Atomausstieg. Wir beteiligen uns an Klimacamps und Anti-Kohle-Protesten, in kommunalen Klimabündnissen und Energiedemokratie-Initiativen (z.B. in Hamburg und Berlin).

Das Thema der Politischen Ökologie überschneidet sich unter anderem mit den Themen Finanzmärkte und ökonomische AlternativenGerechter Welthandel und Öffentliche Güter. Dort werden weitere Attac-AGs und -Gruppen mit verwandten Schwerpunkten genannt:

  • Die bundesweite AG Jenseits des Wachstums beschreibt Grenzen des Wachstums und entwirft Modelle einer solidarischen Postwachstumsökonomie.
  • Die Bankwechselkampagne beleuchtet kritisch die Finanzierung von Atom- und Kohleindustrie, Landraub und Umweltzerstörung.
  • Die bundesweite AG Welthandel und WTO engagiert sich für eine gerechte Weltwirtschaft, gegen Nahrungsmittelspekulationen und Ressourcenausbeutung.
  • Die Agrarinitiative dieser AG  streitet innerhalb großer Netzwerke für angepasste, kleinbäuerliche Landwirtschaft statt Profite der Agrarkonzerne.
  • Das europäische Attac-Projekt Aquattac entwickelt Kampagnen und Kongresse gegen Wasserprivatisierung.