Basistext 12: IFW & Weltbank: Dirigenten der Globalisierung

01.01.2004

Autoren: Burak Copur / Ann-Kathrin Schneider
Verlag: VSA-Verlag
96 Seiten , Taschenbuchformat (Juni 2004)
EUR 6.50 sFr 12.00
ISBN 3-89965-072-7

In diesem AttacBasisText geht es um zwei zentrale Institutionen der internationalen Finanzarchitektur, ohne deren grundlegende Reform weder die Schuldenspirale durchbrochen noch die Krisenhaftigkeit der Weltwirtschaft überwunden werden kann.

Die Weltbank und der IWF (Internationaler Währungsfonds) gingen aus der Konferenz von Bretton Woods vom Juli 1944 hervor. Während die Aufgabe der Weltbank in der Finanzierung von Entwicklungsprojekten besteht, wird der IWF dann aktiv, wenn ein Land einen Überbrückungskredit benötigt, da es droht, zahlungsunfähig zu werden. Beide Einrichtungen haben sich seit den 1970er Jahren immer mehr einer neoliberalen Entwicklungspolitik zugewandt. Ihre Funktionsweise und verhängnisvollen Auswirkungen werden in diesem Buch anschaulich und verständlich beschrieben.

Die AutorInnen gehen darüber hinaus auf die einschlägigen Forderungen von Attac ein. Stichworte sind Kapitalverkehrskontrollen, eine an den Bedürfnissen der Bevölkerung ausgerichtete Kreditvergabepraxis in Krisenfällen, die Stabilisierung der Wechselkurse zwischen Euro, Dollar und Yen, die Einbeziehung ausländischer Gläubiger(banken) in die Bewältigung der Schuldenkrise. Auch die weltweite, zunächst europaweite Einführung einer Steuer auf Devisentransaktionen (Tobinsteuer), die kurzfristigen Devisenhandel unprofitabel machen und so die Autonomie der heimischen Wirtschaftspolitik gegenüber internationalen Kapitalflüssen erhöhen würde, gehört in diesen Zusammenhang. Zudem ist die Schuldenkrise durch einen Schuldenerlass zu lösen und durch die Einführung eines internationalen Insolvenzrechts zu flankieren. Dabei müssen die sozialen Menschenrechte der Bevölkerung des Schuldnerlandes Vorrang vor den Ansprüchen der Gläubiger haben.

Burak Copur ist Mitarbeiter beim Attac-Rat und Sprecher der Attac AG Globalisierung und Migration. Ann-Kathrin Schneider ist Mitarbeiterin von WEED (Weltwirtschaft, Ökologie und Entwicklung e.V.)

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