EU-Finanzministertreffen: "Viel Lärm um nichts"

Begrenzung von Boni vollkommen unzureichend

Frankfurt am Main, 02.09.2009

"Viel Lärm um nichts" - so fasst das globalisierungskritische Netzwerk Attac das Treffen der Finanzminister in der Europäischen Union in Brüssel zur Vorbereitung des G20-Gipfels in Pittsburgh zusammen. "Im April haben die G20-Teilnehmer noch von der notwendigen Regulierung der internationalen Finanzmärkte gesprochen. Geschehen ist wenig. Jetzt feiern sich die Finanzminister in der EU für ihre – beinahe vorhandene – Einigkeit, die Boni der Manager zu begrenzen", kritisierte Jutta Sundermann vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. Die Boni zu beschränken sei zwar sinnvoll, stehe als alleinige Maßnahme aber in keinem Verhältnis zu den Dimensionen und Ursachen der weltweiten Wirtschaftskrise.

Allen Versprechen im April zum Trotz hätten die EU und die G20 seitdem weder die Hedgefonds wirksam begrenzt, noch begonnen, die Ratingagenturen zu überwachen. Auch die Maßnahmen gegen Steueroasen seien angesichts der schwachen OECD-Kriterien ein Trauerspiel. Jutta Sundermann: "Wenn die Finanzminister jetzt so tun, als hätten sie ein besonderes Paket für Pittsburgh gepackt, dann setzen sie auf ein sehr kurzes Gedächtnis der Öffentlichkeit. Krisenbewältigung und die Vermeidung zukünftiger Krisen sieht anders aus."

Das europäische Attac-Netzwerk wird mit einer Delegation bei den G20-Protesten in Pittsburgh vertreten sein. Aus Deutschland dabei sein werden Hugo Braun und Jutta Sundermann.



Für Rückfragen:

  • Jutta Sundermann, Attac-Koordinierungskreis, Tel. (0175) 8666 769
  • Hugo Braun, Attac-Koordinierungskreis, Tel. (0171) 5422 515

Weitere Informationen

Sonderseite Krisen - 11.12.09

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