Krise? Wohl eher KRISEN!
Es ist mittlerweile vielen klar geworden, dass wir es nicht nur mit einer Finanz- oder Wirtschaftskrise zu tun haben, sondern es auch mit einer Nahrungsmittel-, Energie- und Klimakrise zu tun haben.
Folgend werden wir über die einzelnen Krisen Material zur Verfügung stellen und auf Arbeitsgemeinschaften bei attac, Organisationen bzw. deren Inhalte verweisen, die sich mit den einzelnen Krisen und/oder deren unterschiedlichen Auswirkungen auf die Geschlechter beschäftigen. Es ist dabei wichtig den Bezug zu den Finanzmärkten und deren inhärente Logik nicht aus den Augen zu verlieren, denn auch mit Nahrungsmitteln wird spekuliert und es werden durch Spekulationen künstlich Preise in die Höhe getrieben, die zum Beispiel Lebensmittel für die örtliche Bevölkerung in den ärmeren Teilen der Welt unerschwinglich werden lassen.
Das unsere Erde nicht unendliche Ressourcen besitzt, die masslos ausgebeutet werden können und dürfen hat schon 1972 der Club of Rome in seiner Studie "the limits of growth" festgestellt (Club of Rome; Wikipedia).
Der sogenannte "Stern Report" hat errechnet, dass es die Menschheit mehr kostet, wenn sie nichts gegen den Klimawandel unternimmt, als wenn sie jetzt umsteuert. (Stern Report; Wikipedia)
Dieser Report hat in der Umweltdebatte einiges bewegt. Die Kehrseite davon ist, dass es ökonomische Berechnungen sind, die mehr Menschen als die herkömmlichen Umweltverbände und NGO´s erreicht haben und sich jetzt mehr bewegt. Dieses ist gerade in Hinsicht auf die Ökonomisierung aller Lebensbereiche kritisierbar.
Attac beschäftigt schon seit langem intensiv das Thema Globalisierung und Ökologie.
Es gibt wenige Organisationen oder Projekte, die sich mit dem Kilmawandel, Energiepolitik und Geschlecht auseinandersetzen. Eines der Projekte ist genanet in Berlin. (www.genanet.de)
Die Rolle der Ungleichheit als Ursache für die Krise
Eine der Hauptursachen der Finanzkrise ist die zunehmende Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen. Die sogenannte Mittelschicht höhlt aus und es gibt immer mehr von Armut bedrohte Menschen bei gleichzeitigem Anstieg von Vermögen bei einigen Wenigen. In den letzten Jahren der gesellschaftlichen Diskussionen wurden Gerechtigkeitsforderungen oft als naiv und ewiggestrig abgetan. Die Finanzkrise hat bewiesen, dass Gerechtigkeitsforderungen höchstaktuell sind und diejenigen, die solche Gedanken ablehnen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden.
Anbei ein paar Links zu Informationen dazu:
"Von der Finanzkrise zur Weltwirtschaftskrise (III) Die Rolle der Ungleichheit" vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung September 2009, hier gehts zum Dokument
Von der Sommerschule des WSI (Wirtschaftlichen und Sozialwissenschaftlichen Institut der Hans Böckler Stiftung) gibt es anschauliches Tagungsmaterial von einem Vortrag:"Was hat die aktuelle
Wirtschaftskrise mit der Einkommensverteilung zu tun? von Reinhard Bispinck und Thorsten Schulten, hier kommt man auf die Foliensätze dazu
Laut einer Studie der International Labour Organisation hat sich die Ungleichheit in den letzten Jahren in Deutschland, Polen und den USA am schnellsten vergrößert. Hier ein Zusammenfassung vom Deutschland Funk
Unter der Überschrift "Soziale Ungleichheit in Deutschland wächst rasant" findet sich ein Artikel dazu bei Spiegel online
Ungleichheit und Geschlecht
Das Thema Ungleichheit bekommt durch die Geschlechterperspektive noch eine besondere Brisanz.
- Der erste Bereich der einem bezüglich Geschlecht und Ungleichheit einfällt ist die ungleiche Bezahlung für gleiche oder gleichwertige Arbeit zwischen Männern und Frauen, der sogenannte gender pay gap anbei ein link zu einer Beschreibung des gender pay gap und weiterführende Dokumente auf den Seiten des Instituts für Arbeitsmarkt-und Berufsforschung
- im Bereich des Niedriglohnsektors finden sich überproportional viele Frauen. Eine gute Analyse Lohnungleichheit und Niedriglohnsektor inklusive Geschlechterblick von Reinhard Bispinck/Thorsten Schulten von der WSI-Sommerschule 2009. Zu der Tagungsdokumentation kommt man hier




