Wer wir sind - was wir wollen
Eine ausschließliche Orientierung an kurzfristigen Gewinnen und der Glaube an unbegrenztes Wachstum als Gradmesser für gutes wirtschaftliches Handeln bestimmen unseren gesellschaftlichen Alltag. Dem trotz der Krise immer noch bestehenden Streben nach hohen und höheren Renditen steht eine geringe Wertschätzung für Arbeit am und mit den Menschen gegenüber. Hier liegen wichtige Ursachen und Hintergründe der gegenwärtigen Krisen. Deshalb haben sich in der Projektgruppe Finanzfrauen Frauen und Männer aus unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Bereichen zusammengeschlossen, um insbesondere Frauen für das Thema Finanzmärkte, die Krise(n) und ihre Auswirkungen zu interessieren.
„Spekulanten mögen unschädlich sein, solange sie wie Seifenblasen auf einem steten Strom unternehmerischer Aktivitäten tanzen. Aber die Lage wird ernst, wenn Unternehmen zu Seifenblasen auf dem Strudel der Spekulation werden. Wenn die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes zum Nebenprodukt der Aktivitäten in einem Kasino werden, kommt ziemlich sicher nichts Gutes dabei heraus."
John Maynard Keynes: Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes, 1936, Kapitel 12
Die Sprache der Finanzmärkte entmystifizierenDurch die mediale Berichterstattung, die sich der komplexen Begriffe der Finanzmärkte bedient, wird einem Teil der Bevölkerung ein Gefühl von Ausgrenzung vermittelt. Dadurch fällt schon die bloße Auseinandersetzung mit dem Thema oft schwer. Wo es notwendig ist, wollen wir Hintergründe verstehbar machen, aber auch das Absurde offen legen, das sich hinter unverständlichen Fachworten verbirgt. Wir wollen uns selbst und viele andere wieder handlungsfähig machen. |
Die Bezüge zum Alltag sichtbar machenWir wollen die Finanzmärkte als das darzustellen, was sie sind: ein tatsächlich mächtiger Faktor, der Einfluss auf die Lebenslage jedes Menschen hat. Denn soweit dieses System vom persönlichen Alltag der Menschen entfernt zu sein scheint, so sehr beeinflusst es doch uns alle in unterschiedlichster Weise. Wir wollen unsere weibliche Lebenserfahrung und Kompetenz mit dieser eher fremden Welt der Finanzmärkte verknüpfen. |
Umdenken und Alternativen entwickelnWir brauchen ein Umdenken, das die tradierten Definitionen von Arbeit, Wertschöpfung und Leistung in Frage stellt. Die bisher überwiegend von Frauen erbrachte, unbezahlte Arbeitsleistung z.B. in Erziehung und Versorgung muss einerseits vor der Renditejagd des Kapitals geschützt werden und andererseits aus dem Schattendasein herausgeholt werden. Leben ist mehr als Kapital – wir brauchen neue Prioritäten. Auch die kostenlosen Leistungen der Natur müssen neu „in Wert“ gesetzt werden. Deshalb werden wir miteinander Alternativen diskutieren und entwickeln. |
Netzwerke aufbauen und sich einmischenWir wollen ein Netzwerk aufbauen und Frauen aus verschiedenen Bereichen zusammenbringen. So verstärkt können wir uns in die aktuellen politischen Debatten einmischen, gesellschaftliche Debatten anstoßen und dafür eintreten, die Geschlechterfrage mit einzubeziehen. |





