18. Januar 2012: Tauziehen vor dem Kanzleramt
Vor der Sitzung des Bundeskabinetts haben BĂŒrger_innen am 18. Januar vor dem Kanzleramt gegen das Nein der FDP zu einer Finanztransaktionssteuer in der Eurozone demonstriert. Zwischen dem FDP-Vorsitzenden Philipp Rösler (dargestellt von einem Aktivisten) am einen Ende eines Seils und BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern am anderen Ende kam es zu einem Tauziehen um die Spekulationssteuer. Bundeskanzlerin Angela Merkel (ebenfalls dargestellt von einer Aktivistin) stand unentschlossen zwischen den beiden Positionen. Zu der Aktion hatte das Kampagnennetzwerk Campact gemeinsam mit Attac aufgerufen.
Die Bundeskanzlerin muss sich entscheiden, ob sie vor der FDP einknickt oder ob sie Politik fĂŒr die Mehrheit der Menschen machen will. Statt nur ĂŒber die Regulierung der FinanzmĂ€rkte zu reden, muss Merkel jetzt endlich handeln. Eine Finanztransaktionssteuer, die die Spekulation an den Börsen bremst und die Verursacher der Krise an deren Kosten beteiligt, ist lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llig. Die Kanzlerin darf sich bei der EinfĂŒhrung der Spekulationssteuer nicht von der FDP ausbremsen lassen.
Anders als die FDP behauptet, lĂ€sst sich eine Finanztransaktionssteuer auch ohne GroĂbritannien einfĂŒhren. Mit der britischen Stempelsteuer beispielsweise gelingt es, sĂ€mtliche GeschĂ€fte mit britischen Aktien weltweit zu besteuern. Das Prinzip dieser Steuer kann fĂŒr eine allgemeine Umsatzsteuer auf sĂ€mtliche Finanzprodukte erweitert werden â etwa, indem ein Derivatkontrakt, fĂŒr den keine Steuer gezahlt wurde, als nicht rechtskrĂ€ftig erklĂ€rt wird.
Den Finanzpolitikern im Bundestag wurden die Möglichkeiten, die Finanztransaktionssteuer in einer Staatenkoalition einzufĂŒhren, im November in einer Anhörung erlĂ€utert. Wenn FDP-Abgeordnete dennoch weiterhin behaupten, die Finanztransaktionssteuer sei nur in der ganzen EU machbar, muss man sich schon fragen, ob sie absichtlich Unwahrheiten verbreiten.
Im Internet appellierten bereits ĂŒber 100.000 Menschen an FDP-Chef Rösler, die EinfĂŒhrung der Steuer nicht lĂ€nger zu blockieren.












